Die Reihe »Wenn’s scheiße läuft«

Das Projekt »Wenn’s scheiße läuft« ist gerade erst entstanden.

Anfang April bekam ich meine fünfte und lebensbedrohliche Blutung. Die Jahre zuvor hatte ich immer mal wieder welche. Hinzu kamen schlimme Symptome, doch die vergangenen fünf Jahre fand ich keinen Arzt, der mir glaubte. Ärzt*innen, die nicht richtig hinsehen wollten und alles als psychosomatisch abtaten, die mir sagten, ich solle nicht so hysterisch sein, die mir unterstellten, dass ich Ergebnisse und Testungen manipuliere. Die mich in psychosomatische Kliniken einwiesen und welche, die mir sagten, dass ich viel zu jung für solche Symptome sei.

Tja, nun hatte ich im April das große Glück, dass sich dieses Blatt zumindest wenden sollte. So konnte durch Ärzt*innen, die nicht lockerließen, festgestellt werden, dass ich einen Tumor habe. Der Verdacht lag schnell auf einem Sarkom.

Ende April dann die große OP und im Mai die Gewissheit: Ich habe Krebs. Ein sehr seltenes Sarkom, momentan nicht heilbar, weil es durch meine Grunderkrankung ausgelöst beziehungsweise befeuert wird.

Nun brach alles weg und ist bis jetzt noch nicht wieder da. Ich sah mich plötzlich wieder meiner Sterblichkeit gegenüber, diesmal nicht durch Dinge, die andere Menschen mir antaten, sondern durch Dinge, die mein Körper mir antut.

Und so pendle ich zwischen den Welten: Leben, Trauma und Krebs.

Ich habe das Gefühl, dass zurzeit nirgendwo ein richtiger Platz für mich ist. Ich fühle mich fremd, hilflos und allein. Aber vor allem fühle ich mich ohnmächtig. Ich habe das Gefühl, keine Kontrolle darüber zu haben, was mit mir und in meinem Körper passiert.

Glauben Sie mir, wenn ich sage, dass sich zurzeit eigentlich alles wie am Arsch anfühlt.

Aber ich muss Kontrolle zurückgewinnen. Ich möchte nicht ausgeliefert sein, zumindest nicht in den Dingen, die ich irgendwie mitgestalten und ändern kann.

So entstanden die ersten Ideen zu »Wenn’s scheiße läuft«. Ich brauchte etwas, in das ich mich zeitweise stürzen kann, was mich von der schrecklichen Ungewissheit ablenkt und was mir hilft, emotional Kontrolle zurückzugewinnen.

Ich stehe noch ganz am Anfang, denn es sind gerade mal einige Wochen vergangen.

Vielleicht ist ja auch etwas für Sie mit dabei. Etwas, das Ihnen helfen kann, diese schreckliche Situation und die Ohnmacht so zu gestalten, dass sie etwas erträglicher wird.

Kleine E-Heftchen über Krebs, Ohnmacht und Trauma und darüber, wie ich versuche, mir in dieser Scheißsituation ein Stück Handlungsmacht zurückzuholen. Ich möchte meine Strategien und Erfahrungen gerne mit euch teilen, damit wir ein Stück gemeinsam durch diese Zeit gehen können.

Die Hefte

Band 1

Kleine Überlebenshilfen für Tage voller Ohnmacht

Kleine Überlebenshilfen, die mir in Momenten voller Angst, Ohnmacht und dem Dazwischen ein wenig Halt geben.

Band 1 als PDF öffnen
Band 2

Zwischen Bullshit und Schuld

Über Sätze, die Schuld auslösen können, über Grenzen und darüber, was Krebsbetroffenen stattdessen helfen könnte.

Band 2 als PDF öffnen